Sonntag, 21. Februar 2016

Der typische Vorzeigehund

Was bedeutet 'Vorzeigehund' eigentlich? Immer wieder hört oder liest man es... ein wirklicher 'Vorzeigehund'... aber wie ist ein Hund dann?
Ich glaube ja, dass es sich hierbei um einen Begriff handelt den Menschen ins Leben gerufen haben die keinerlei Vorstellungen davon haben, dass Hunde sehr wohl Individuen sind. Ja, tatsächlich jeder Hund ist anders...Ich glaube der typische 'Vorzeigehund' ist der der auf's Wort hört und im Grunde einfach nicht auffällt, die Frage, einen Hund den ich nicht spüre, der eben nicht auffällt, brauche ich den wirklich? Möchte ich einen Hund neben mir herlaufen haben den ich nicht bemerke?


 Wenn ich mir das aus der Sicht von einem Menschen betrachte
der Hunde vielleicht nicht so gerne mag, dann muss man ganz klar sagen ja. Hast du einen Hund der eigentlich alles genauso macht wie ein eben solcher 'Vorzeigehund' aber er sieht dich an, einfach weil er Kontakt zu dir sucht (was erst mal ja eine gute Sache ist, aus Sicht des Hundemenschen) oder der Hund legt sogar seinen Kopf auf dein Bein, ist es schon kein 'Vorzeigehund' mehr! Er ist ein Bettler, einer der dich im Griff hat, vor allem wenn du seinen Blick erwiederst!

Wann hört das auf? Ich denke ich muss kein Hundeliebhaber oder Halter zu sein um Empathie empfinden zu können. Ich frage mich wirklich wie solch denkende Menschen wohl mit Kindern umgehen mögen. Aber es gibt diese Menschen wirklich! Ich hab es selbst schon erlebt!
Am schlimmsten sind finde ich allerdings noch die Menschen die tatsächlich selbst Hunde halten und so denken, auch das ist mir schon unter gekommen. Da darf der Hund sich in der eigenen Wohnung nicht frei bewegen, weil... ja warum eigentlich??? Es schickt sich nicht! Statt einer freundlichen Ansprache gibt es sofort ein strenges Sitz! und Platz! oder Ab auf deine Decke!...




Ich stehe auf dem Standpunkt, dass natürlich ich in erster Linie in meiner Wohnung lebe, aber ICH habe MIR ausgesucht das DIESER Hund nun auch hier leben soll (der Hund, auch wenn die Vorstellung noch sooo romantisch ist sucht sich selten wirklich den zukünftigeBesitzer aus) und dann doch bitte auch voll und ganz. Es gibt Regeln, natürlich, aber doch bitte so dass diese für den Hund verständlich sind und er nicht einfach zum Möbelstück wird.
Bekomme ich Besuch, bekommt Micky ihn auch, ganz klar. Natürlich möchte ich mich irgendwann in Ruhe unterhalten können und Micky darf auch nicht in einer Tour meinen Besuch nerven, aber ich halte (ohne das Micky ein Kindersatz für mich darstellt) das in etwa so wie mit einem kleinen Kind. Diese werden ja nun auch eine Weile akzeptiert und irgendwann (natürlich vom Alter abhängig) gibt es den Satz: ''So nun laß uns mal in Ruhe einen Kaffee trinken und spiele etwas allein weiter'' Und das ist ja auch völlig in Ordnung! Ein Hund ist ein Familienmitglied ob man will oder nicht. Will man es nicht rate ich dringend von der Hundehaltung ab! Will man es doch, dann doch bitte voll und ganz und immer und nicht nur wenn es grade passt!


Ja ich hab leicht Reden, Micky ist kein Vorzeigehund, wer den Blog verfolgt weiß es schon. Ableinen geht nicht, er bellt Besuch an und findet fremde Menschen doof und ist auch sonst nicht immer ganz einfach und nicht ganz ohne. Ja er springt schon mal auf einen Stuhl und schaut auf dem Tisch nach. Ja er hat schon komplett auf dem Esstisch im Garten gestanden. Ja er springt in fremde Betten obwohl er das nicht soll, nein auch oder grade in der Wohnung hört er für keine 2 Pfennig (oder Cent). Warum sollte ich ihn scharf angehen??? Er macht nichts was wirklich und ernsthaft eine Bedrohung für irgendwen darstellt. Und das wirklich witzige ist und das werden viele Außenstehende nicht verstehen, sobald man im Ton strenger oder gar lauter wird klappt Micky seine Ohren zu und macht gar nichts mehr! Tatsächlich kommt man mit einem ruhigen Ton und 'bitte' und 'danke' deutlich weiter bei ihm.
Mein früherer Hund war ganz anders, ein scharfes NEIN genügte und er wusste sofort was Sache war. Ihn konnte ich auch an einer stark befahrenen Straße ohne Leine laufen lassen und er liebte Menschen! Gebellt wurde nur wenn es an der Tür schellte...ein Vorzeigehund eben.... Von wegen!!! Er sprang Menschen an, auch wenn es nur aus Freude war, er hatte eine gewisse Leinenagessivität und fürchterliche Panik vor lauten Knallern. Er hat Zeit seines Lebens, liebenswert aber dennoch seine Grenzen neu ausgetestet, unheimlich viel Unfug gemacht und und und.... Dekostück? Vorzeigehund? Niemals!!!



Lustigerweise hat während ich noch diesen Artikel schrieb eine liebe 'Blogger-Kollegin' Claudi einen Artikel über das selbe Thema geschrieben, aber durchaus auf ganz andere Art und Weise, lest selbst *klick*



Kommentare:

  1. Hey, sehr schön geschrieben. Also ich höre von außen öfter, dass Aaron ein Vorzeige-Hund wäre. Aber das sind dann Momentaufnahmen die von anderen bewertet werden. Da er sich im Büro halt ruhig verhält, gilt er dort als Vorzeige-Hund. Aber ich kenne ja die Baustellen meines Hundes: wenn auch mittlerweile selten eine Leinen-Aggressivität, ein enormer Jagdtrieb und generell ein großer Radius in dem er sich um mich bewegen wäre, wenn er nicht angeleint wäre. Dazu kommt der Labbi-typischen Durchzug hin und wieder :-)
    Das Projekt "Vorzeige-Hund" habe ich ganz schnell vergessen und ich liebe Aaron so wie er ist. Er ist mein Traumhund mit allen Ecken und Kanten. Wie wir Menschen ist ein Hund völlig individuell, hat Ängste, Reizthemen und muss nicht jeden Menschen oder Hund mögen.
    liebe Grüße
    Sandra und Aaron

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    1. Hallöchen,
      das ist soooo schön, dass es noch Andere mit 'Problemhunden' gibt :-) Ich liebe dieses Wort!
      Vor allem mit einem Labbi kann ich mir vorstellen dass man immer noch mehr im 'Visier' ist, gelten Labbis doch als DIE Familienhunde die sich quasi selbst 'erziehen'...
      Ich finde man bekommt im Internet oft das Gefühl dass alle Hunde durch und durch perfekt sind... ha sind sie für jeden einzelnen :-)
      Ganz liebe Grüße
      Alex

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  2. Ich finde, dass Mickey viele typische Eigenschaften eines Tibet Terriers hat. Das auf den Tisch springen ist ein Thema, das in unserem Tibiforum immer wieder angesprochen wird.
    Und auch die Tatsache, das man einen Tibi oder auch einen TibiMix niht wie andere Hunde erziehen kann, solltest Du nicht vergessen. Socke wird viele Dinge, die andere Hunde lernen, vielleicht nie erlernen, aber wir sind uns dessen bewusst. Ein scharfes Nein würde nichts bringen, ganz im Gegenteil ich würde sie verlieren.

    Daher hast Du natürlich einen Vorzeigehund, einen Tibimix, der noch jung ist, der noch viel lernen wird, der aber auch ein ganz besonderer Hund ist, den man ganz besonders behandeln muss. Mit Liebe, Geduld und Konsequenz werdet Ihr bestimmt zu einem ganz besonderem Team...

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  3. Das ist sooo spannend noch einen Tibi Menschen zu lesen :-) Ja ich hoffe es, wir sind aber auf einem guten Weg denke ich ein noch besseres Team zu werden :-) Sag mal, wie ist das bei euch mit dem Ableinen? Geht das? Micky entscheidet jeden Tag neu ob wir oder alles andere spannender ist :-D

    Ja ich weiß es nicht, ist es wirklich so? Anfangs dachte ich auch immer, ja es ist eben ein Tibi Mix aber sagt das nicht jeder von 'seiner' Rasse?
    Fakt ist, was man für diese kleinen Mistviecher definitv braucht ist Humor! Jede Menge! Soooo viel gelacht wie seit dem Tag als Micky einzog habe ich lange nicht...
    Also ist das auf den Tisch springen ein 'typisches' Tibiverhalten? :-D
    Das mit dem scharfen Nein und bitte und danke ist echt eine Sache, man wird blöde angesehen, aber es ist bei Micky wirklich so... :-D
    Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar,
    Alex & Micky

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    1. Ja, Tibis möchten gerne die Übersicht haben und springen viel auf den Tischen rum. Von Socke kennen wir das nicht, haben sie aber auch erst mit 3,5 Jahren bekommen.
      Socke muss ich auch bitten, leise und lieb mit ihr sprechen, sonst hört sie nicht. Werde ich laut, dann reagiert sie nicht.
      Tibis sind ganz besondere Hunde, die nicht umsonst in ihrer Heimat „little people“ genannt werden.

      Das Ableinen ist hier in der Nachbarschaft nicht möglich, weil sie weglaufen würde, wenn sie den Wolfshund wittert. Ansonsten können wir sie ohne Leine laufen lassen. Vorsicht ist bei Radfahrern und Joggern geboten. Aber Socke läuft gerne an der Leine…

      Viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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    2. Das sind wirklich ganz besondere Tierchen die Kleinen,... das schreibe ich einen Tag nachdem Micky sich nun auch das erste Mal am Tisch bedient hat :-D Stolz rannte er ganz ohne Respekt durch die ganze Wohnung und lies den Sabber laufen :-D
      Was ist denn das für ein Forum wenn ich fragen darf?

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  4. Sehr interessanter Artikel :)

    Queen wird sehr oft als Vorzeigehund bezeichnet. Sie hört aufs erste Wort, hat noch nie etwas kaputt gemacht und verträgt sich mit Artgenossen...

    Ich selbst habe das nicht bewusst gesteuert. Klar übt und trainiert man, aber ich bin niemand der stundenlang üben möchte. Hundeplatz und Hundeschule kennen wir nur von außen...

    Als Queen ungefähr 2,5 Jahre alt war, fing sie plötzlich an ihre Grenzen zu testen. Und meine Grenzen sind sehr locker. Solange ich mich auf sie verlassen kann (sie kommt wenn ich sie rufe), kann sie machen was sie möchte (ok beim Jagen hört der Spaß auf). Ich lasse sie stöbern auch gerne mal 100m von mir entfernt. Sie darf durch die Wohnung rennen und von mir aus all ihre Spielsachen überall verteilen...

    Und ich muss ganz ehrlich sagen: ich habe es total genossen, dass sie endlich mal aus sich heraus kam. Dass sie Essen vom Tisch geklaut hat und auch mal Herrchens Pantoffel in ihren Sachen versteckt hat. Ich liebe es, wenn sie "frech" ist und lasse ihr einiges durchgehen. Ein ruhies und bestimmtes "nein" reicht bei ihr völlig aus. Dennoch muss ich innerlich schmunzeln. Frech gefällt sie mir einfach viel besser :)

    Sie hat von sich aus immer nur im erste Gang gelebt. Und wie gesagt: solange ich mich auf sie verlassen kann, lass ich ihr den Freiraum den sie möchte. Endlich fängt sie an, diesen auch zu nutzen.

    Was ich sagen will: Ein Hund muss auch mal Mist machen können. Eigenarten machen ihn liebenswert :)

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    1. Ach was, das ist ja witzig. Ich glaube fast es ist wie mit allem, man möchte immer gern das (zumindest ein bisschen von dem) was man nicht hat.
      Ehrlich deine Queen ist sooooo ein artiges Tierchen? Die Vorstellung ist ein Traum, aber ja du hast total recht die Eigenarten möchte ich auch nicht missen (bis auf ein, zwei vielleicht)... klar sie machen Micky aus. Aber du schreibst es ganz gut, solange du dich auf Queen verlassen kannst und das ist es, ich kann mich bei Micky eigentlich nur darauf verlassen dass er im Ernstfall nicht hört :-(
      Aber auch damit lernt man umzugehen und mein Kampfspruch wurde wenn ich doofe Kommentare auf den Gassirunden bekomme,... warte mal ab in 15 - 16 Jahren klappt es perfekt :-D

      Ich liebe den Kleinen so wie er ist und gelacht habe ich wirklich lange nicht soooo viel...

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  5. Ich denke jeder Hundehalter meint einen Vorzeigehund zu haben. Die Liebe zu dem Wesen macht einen ein bissel blind, was ja nicht schlimm ist. Ich hatte auch einen Vorzeigehund, der immer gehört hat, ich konnte mich immer drauf verlassen, das er beim drittenmal rufen gekommen ist *lach*. Ich konnte ihn jeden Tag bürsten , er hat so toll still gehalten , solange ich vorne Leckerlis rein gesteckt habe. Ich könnte noch soviel aufzählen , das würde aber den Rahmen sprengen *lach*. Für mich war er perfekt.

    Jetzt haben wir die Woche über einen Pflegehund, der hat soviele kleine Macken, das man ihn nicht unbedingt als Vorzeigehund betiteln kann, ( genauso wenig wie meinen Hund damals) . Aber durch sein süßes Wesen kann man viel lachen, er macht genau das , was er gar nicht soll (Couch , Bett springen) und man könnte noch viel mehr aufzählen. Aber man liebt dieses kleine Wesen, weil er so ist wie er ist.

    Es ist wie mit Kindern, man muss die Persönlichkeit sehen , und nicht es ist ein Hund !!!

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    1. Du bringst es gut auf den Punkt. Man muss die Persönlichkeit sehen und ja Hunde sind nicht immer so wie wir uns das im Vorfeld vielleicht vorstellen, aber bei Kindern ist es ganz gewiss nicht anders und man liebt sie trotzdem! Und so muss es sein!

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Lieb sein!