Samstag, 16. Januar 2016

Hundeschulen - und der andere Hund

Es war ja gar nicht so einfach mit Micky eine passende Hundeschule für uns und ihn zu finden. Ja ihr lest ganz richtig, für UNS und IHN! Das lassen glaube ich leider ganz viele Menschen außer acht, na klar, es ist total wichtig, dass das Zwischenmenschliche zwischen euch und dem Trainer passt. Aber genauso wichtig ist, dass der Hund mit dem Trainer, seinen Methoden und seiner Art zurecht kommt. Nicht zuletzt ist es wie wir feststellen mussten enorm wichtig, dass ein Trainer sich etwas mit den verschiedenen Rassen und deren Eigenarten auskennt.
Wir haben ja bereits drei verschiedene Schulen besucht. Zugegebener Maßen waren wir immer erst total beeindruckt aber dann recht schnell unzufrieden.
Unsere erste Trainerin war der Ansicht immer Keks in den Hund dann wird das schon, die Leine ist ein Bindfaden und was der Hund ohne Leine nicht kann, wird er auch an der Leine niemals können. Hmmm, ja schön und gut, uns irritierte recht schnell, dass Micky soooo viele Kekse bekommen soll, ich habe schon in spätestens 6 Monaten einen runden kleinen Wuschelhund vor Augen gehabt,
aber gut. Im Nachhinein finde ich es auch sehr sehr gefährlich die Hunde einfach abzuleinen, wir waren nicht in einem Welpen- oder Junghundekurs, sondern einfach in einem Erziehungskurs für kleinere Hunde, obwohl Micky dafür schon ein Brocken war :-D Er war nun 5 Monate, nicht lang bei uns, ein Schisser und das Trainingsgelände war ein öffentlicher Platz, mal ein Sportplatz, mal ein Wald. Na ja, es ist gut gegangen. Als Micky dann wieder mit Giardien zu kämpfen hatte und wir nach Absage der anstehenden und der weiteren Stunden die Antwort: ' Na ja, aber die Anteckungsgefahr ist ja nicht soooo hoch' bekamen war für uns der Ofen aus. Wir haben niemals die Nachfrage bekommen, was denn ist, ob er gesund ist oder vielleicht Schlimmeres passiert ist. Na ja, dafür hatte man uns ja im Vorfeld auch schon spüren lassen, dass wir eben KEINEN Hund aus dem Tierschutz haben! Wir gingen also nie mehr dort hin.


Die zweite Trainerin machte zuerst einen wirklich tollen Eindruck. Ein eigener Platz, mit Zaun, zwar klein, aber besser als freies Gelände. Sie selbst ist im Hundesport aktiv und das haben wir auch recht schnell gemerkt. Nun wurde es genau andersherum gemacht, es wurde ausschließlich an der Leine trainiert. Weil, was der Hund an der Leine nicht kann wird er ohne niemals können... ja was denn nun? Micky hatte totale Konzentrationsschwierigkeiten weil sie den Platzboden mit Holzstücken ausgelegt hat. Er war eben im Stöckchenparadies und konnte sich null konzentrieren. Der Ton wurde etwas schärfer, aber noch fair. Nun wurde nicht mehr einfach der Keks rein geschubst, nun mussten wir auch wirklich Leistung gegen Keksbezahlung einfordern. Hat der Hund den Keks fallen lassen, war es Pech für den Hund, da fing es an für mich irgendwie unfair zu werden, mein Hund ist eben manchmal schusselig...  Auch hier waren wir nicht im Jungehundekurs sondern im Erziehungskurs. Manche Stunden hat Micky toll gemacht, allerdings haben wir immer mindestens eine halbe Stunde überzogen aber leider keine Rücksicht darauf genommen, dass die Konzentration von einem jungen Hund auch irgendwann mal weg ist...
Auch hier hatten wir dann ja wieder eine Giardienunterbrechung. Das gleiche Spiel, wir haben die kommenden Stunden abgesagt, mit der entsprechenden Erklärung und nie gab es mal eine Nachfrage.


Wir hatten aufgegeben und uns gesagt, egal, wir bekommen Micky auch schon so groß, was soll es denn, Hauptsache er wird jetzt richtig gesund und dann schauen wir mal...

Dann fand ich unsere heutige Trainerin, ganz neu im Geschäft, natürlich wurde mir deswegen abgeraten. Nee, lieber jemand mit Erfahrung! Nee hab ich gesagt, die oder niemand mehr! Ganz ehrlich alle wollen immer Menschen mit Erfahrung, wenn ich das schon höre! Man muss den Menschen die Chance geben diese gewünschten Erfahrungen sammeln zu können. Natürlich nicht an meinem Hund! Doch!!! Warum denn nicht? Die erfahrenen Trainer waren ja auch nichts, außerdem denke ich immer, Menschen die am Anfang ihrer Karriere stehen sind meistens deutlich motivierter!

Und ja! Es war der Glücksgriff! ICH und auch der Lieblingsmann mögen unsere Trainerin wirklich gerne und sogar Micky! Na klar hat er gebellt am Anfang, aber lange nicht so schlimm wie bei manch anderem. Ich bin durch und durch zufrieden und ja sogar glücklich! Zum einen hat sie es geschafft auch uns näher zu bringen was es bedeutet einen Hütehund zu haben und wie man ihn motivieren kann. Ja mit Keks, aber nicht nur, ganz im Gegenteil! Sie hat Micky so akzeptiert wie er ist, das war das erste Mal. Wir durften bei ihr sogar am Junghundekurs teilnehmen, obwohl Micky inzwischen 1 Jahr ist und vor allem und das hat mich total von den Socken gehauen.... Sie fragt ob der Hund dieses oder welches schon kann, Sitz, Platz all diese Dinge wurden in den anderen beiden Schulen einfach vorausgesetzt! Selbst wenn wir es nicht abrufen konnten,...wofür dann bitte eine Schule?

Unsere jetzige Trainerin hat sich auch nach Silvester erkundigt ob Micky es gut überstanden hat und bringt uns auch nicht in irgendwelche doofe Situationen. Es macht wirklich richtig richtig Spaß. Auch die kleinen Gruppen die jede Schule laut Internet ankündigt habe ich jetzt das erste Mal gefunden. Wir sind wirklich schon jetzt sehr traurig das unser Kurs sich dem Ende neigt, wir müssen dringend schauen was wir noch machen können. Wir würden wirklich wirklich gern weiter mit unserer Trainerin zusammenarbeiten können. Selbst unser Gruppenmitglied Fleur haben wir wirklich lieb gewonnen und sind traurig wenn wir sie nicht mehr sehen...

Ach ja, bevor ich es vergesse, wir üben auch auf öffentlichem Gelände, einfach weil die Hunde sich gar nicht an den Platz gewöhnen sollen. Aber es bleibt uns überlassen ob wir die Leine abmachen oder lieber den Rückruf mit der Schleppleine üben wollen. Wir lernen Leinenführigkeit aber eben auch den Rückruf. Sie sagt selbst, sie kann uns nur eine Anleitung mit auf den Weg geben, üben müssen wir schon selbst. Aber wir bekommen wenigstens endlich eine Anleitung :-D

Vielleicht mag unsere Trainerin sich ja mal auf unserem Blog vorstellen, ich würde mich riesig freuen.

Was ich ausdrücken will ist, wenn ihr gerne eine Hundeschule besuchen möchtet und die Erste ist nichts, die Zweite auch nicht....gebt nicht auf. Atmet tief durch und versucht es weiter, es gibt passende und faire Trainer! Gebt Neueinsteigern und vielleicht auch mal 'anderen' Wegen eine Chance!

Kommentare:

  1. Schön, dass ihr "eure" Hundeschule gefunden habt :)
    Ich hab mit meinem ersten Hund ziemlich miese Erfahrungen in einer Hundeschule gemacht - so mies, dass ich danach nie wieder eine andere Hundeschule betreten habe (der Trainer hat nicht nur meinen Hund, sondern auch mich geschlagen - mit der Leine, die er ruckartig gegen den Brustkorb meines Hundes und gegen meine Oberschenkel schlug). Auch mit Bella hab ich bisher keine Hundeschule betreten - noch klappt auch alles prima ohne, finde ich :) - aber sollte ich in der Erziehung stecken bleiben, werde ich mir eine Schule suchen - und Zeit dafür nehmen, eine gute zu finden.

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    1. Hallo Sabrina,
      mein Gott das ist ja fürchterlich. Ich kann dich gut verstehen, da hätte ich wohl auch lieber keine Hundeschule mehr betreten. Ich finde deinen Weg genau richtig. So lange du das allein hinbekommst weißt du sowieso am besten wie dein Hund lernt und was du von ihm fordern kannst. Wenn es doch mal harkt, Augen auf und um Himmels Willen, laßt euch nicht noch mal Schlagen.
      Liebe Grüße Alex

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